Donnerstag, 19. September 2019
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Jatta-Party: HSV ballert Hannover 3:0 weg

Fünf Spiele, dreizehn Punkte – ein starker Saisonstart: Vor 54.732 Fans besiegte der Hamburger SV Aufstiegskonkurrent Hannover 96 verdient mit 3:0. Vor allem nach dem Treffer von Bakery Jatta wurde es im Volkspark emotional. Trainer Dieter Hecking hofft nun auf eine baldige Aufklärung.

Ohne eine Umstellung in der Startelf im Vergleich zum 4:2 Auswärtssieg beim Karlsruher SC startete HSV-Trainer Dieter Hecking auch in das Heimspiel gegen Hannover 96. Während die Fans auf den Rängen mit einer tollen Choreo glänzten, waren es auf dem Platz dann auch die Rothosen, die die ersten Chancen verbuchen konnten. Erst probierte es Khaled Narey aus spitzem Winkel (7.), dann Jan Gyamerah aus der Distanz (9.). Beide Male war aber 96-Keeper Ron-Robert Zieler auf dem Posten. Auch der Freistoß von Sonny Kittel zeigte sich als leichte Beute für den 30-Jährigen (12.). Und die Hausherren wurden mutiger. Tim Leibhold chipte den Ball stark hinter die Abwehr, wo Sonny Kittel wartete und das Leder scharf in die Mitte schlug. Dort probierte es David Kinsombi mit einem Fallrückzieher, traf das Spielgerät aber nicht optimal (15.). Erst nach knapp zwanzig Minuten meldeten sich auch die Gäste aus Niedersachsen zu Wort. Marvin Duksch wurde tief geschickt, drang in den Strafraum ein und wurde nur durch die Grätsche von Gideon Jung am Torerfolg gehindert (18.). Und die Rothosen? Brauchen über eine halbe Stunde, blieben vor dem Tor der Gäste dann aber eiskalt. David Kinsombi legte die Pille rechts raus zu Khaled Narey, der seinen Gegenspieler stehen ließ und dann in die Mitte zog. Dort wartete Sonny Kittel, der aus sechs Metern nur noch den Fuß hinzuhalten brauchte – 1:0 für den HSV (35.). Kurz vor dem Pausentee hätten die Rothosen dann beinahe nachgelegt. Leibold bediente im Strafraum Hinterseer, der direkt zu Kinsombi weiterleitete. Doch dessen Schuss aus der Drehung landete in den Armen von Zieler (44.). Auch deshalb ging es im Anschluss mit der 1:0-Führung zurück in die Kabine, die aus HSV-Sicht durchaus vertretbar war.

Unverändert kamen die Hanseaten aus der Kabine und hatten direkt die Chance, auf 2:0 zu erhöhen. Lukas Hinterseer spielte das Leder von rechts scharf in die Mitte, Bakery Jatta rutschte nur knapp am Ball vorbei (48.). Und die Hamburger machten weiter Druck, hatten Lust auf mehr. Hinterseer setzte Narey sehenswert in Szene, der quer auf Bakery Jatta legte. Doch dem Gambier versagen aus wenigen Metern die Nerven (53.). Etwas besser, aber ebenfalls ohne Torerfolg machte es Sonny Kittel keine 120 Sekunden später, als er einen flachen Pass auf den ersten Pfosten knapp am rechten oberen Kreuzecke vorbei spitzelte (55.). Doch es sollte nicht mehr lange dauern, ehe die Pille in den Maschen zappelte. Vier Minuten später durften die HSV-Anhänger Jubeln. Narey probiert es aus spitzem Winkel, Zieler konnte nur nach vorne klatschen lassen und aus kurzer Distanz staubte Kinsombi zum 2:0 für die Rothosen ab (59.). Ein Treffer, der sich auch durch die Chancen im Vorfeld schon angedeutet hatte. Und während Hannover eher anstalten machte, den 0:2-Rückstand zu verwalten, drehten die Rothosen noch einmal auf. Kinsombi schickte mit einem schönen Pass in dif Tiefe Bakery Jatta auf die Reise, dessen Abschluss aus halblinker Position landet aber knapp über der Latte (70.). Doch dann war sie da, die Chance für die Niedersachsen auf 1:2 zu verkürzen. Nachdem Fein auf außen den Ball gegen Cedric teuschert verlor, musste Daniel Heuer Fernandes erst gegen Edgar Prib und dann im zweiten Versuch noch gegen Ducksch retten (73.) und bewahrte seine Farben so vor dem Anschluss. Doch 120 Sekunden später waren als HSV-Ängste vorbei. Bakery Jatta erzielte das 3:0 für die Rothosen und sorgte damit für einen ohrenbetäubenden Lärm im Volksparkstadion (75.). Jatta rannte dann zu Trainer Hecking, bedankte sich für die Rückendeckung.

„Wir wussten nicht genau, wie Hannover anfangen wird. Aber das haben wir schnell herausgefunden“, zeigte sich Khaled Narey nach dem Abpfiff glücklich und fügte an: „Ob man den Ball nun vorlegt oder selber das Tor schießt, das ist egal. Wir wollten mit dem Sieg in die Länderspielpause gehen, das gibt viel Selbstvertrauen.“ Zum goldenen Treffer von seinem Teamkollegen Bakery Jatta erklärte Narey: „Das hätte kein besseres Ende nehmen können, es freut mich für Bakka, dass er das Tor macht. Und dann sieht man, was hier im Stadion los ist.“ Sein Teamkollege, Rick van Drongelen, bilanzierte nach Spielende: „Ich denke, dass Bakka heute nicht an alles andere denken musste. Ich habe es manchmal selber, dass ich auf dem Platz alles vergesse. Wir haben heute den nächsten Schritt gemacht und haben danach zwei Heimspiele. Eins auf dem Kiez und dann wieder im Volkspark.“ Auch Torschütze David Kinsombi zeigte sich erfreut über seinen Torerfolg. „Manchmal liegen sie da und dann muss man da sein. Ich hatte in den Spielen davor schon ein, zwei Chancen, aber da war immer ein Fuß dazwischen. Ich versuche immer gefährlich vor dem Tor aufzutauchen. Manchmal geling es mir, manchmal nicht“, so Kinsombi, der ergänzte: „Über die gesamte Spielzeit war das ein verdienter Sieg. Ich habe mich unheimlich für Bakka und das Team gefreut. Das zeigt, dass die Stimmung genau ist, wie sie sein sollte und auch der Zusammenhalt genau so ist, wie er sein sollte.“ Trainer Dieter Hecking hofft nun, dass die Zweifel um die Identität Jattas in der Länderspielpause ausgeräumt werden können. Hecking: „Wenn man Bakka was nachweisen kann, dann muss er dafür gerade stehen. Aber nach meinen Infos wird das im Sande verlaufen. Wie der Junge damit umgeht, das ist sensationell. Nach Karlsruhe hat er zwei schwere Tage gehabt, weil er nicht verstanden hat, dass er ausgepfiffen wurde. Das wir ihm das alle gegönnt haben heute, ist völlig unbestritten.“

Foto (Archivbild): KBS-Picture

Über Niklas Heiden

Niklas Heiden
Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 20-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.