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Oberliga Hamburg

Lam: „Ich will mit Dassendorf DFB-Pokal spielen“

Niklas Heiden

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Foto: KBS-Picture

Er war der Transfer-Coup der TuS Dassendorf in diesem Winter: Zhi-Gin Lam kehrte nach vielen Jahren Abstinenz nach Hamburg zurück. In seiner alten Heimat will der Familienvater nun wieder voll durchstarten. Dafür hat der 29-Jährige ehrgeizige Ziele mit seinem neuen Klub.

Nach fast sieben Jahren außerhalb von Hamburg ist Zhi-Gin Lam nun zurückgekehrt. Der einstige HSV-Profi heuerte im Winter bei der TuS Dassendorf an. Seine Karriere will Lam nun am Wendelweg ausklingen lassen. „Ich freue mich wahnsinnig auf die Zeit in Dassendorf. Mit einigen habe ich ja schon mal zusammen gespielt. Es ist immer besser als wenn man in eine Mannschaft kommt, wo man niemanden kennt. Ich kann es auch gar nicht abwarten, dass es wieder los geht“, freute sich Lam im Livetalk von „Elbkick.TV“ am Donnerstagabend. „Wir haben schon ein bisschen länger mit dem Gedanken gespielt, wieder nach Deutschland zu kommen. Der Verein hat sich wegen Problemen mit dem Verband aufgelöst und dann hat es sich sehr gut angeboten, wieder nach Deutschland zu kommen“, fügte Lam an. Denn zuletzt kickte der 29-Jährige in Hongkong, war zuvor von Greuther Fürth nach China gewechselt. „Ich hatte damals keine einfache Zeit in Deutschland“, blickte Lam zurück und fügte an: „Ich bin nach Fürth gegangen und direkt kurz darauf wurde der Trainer freigestellt. Das hatte ich beim HSV zuvor auch schon durchgemacht. Ich habe mich dann entschieden einen richtigen Cut zu machen. Ich würde das auch immer wieder so machen“, meint der erst kürzlich gewordene Vater. „Es ist alles gerade ein bisschen anstrengend bei mir. Ich habe gerade einen Sohn bekommen und der macht sich öfter mal bemerkbar“, schmunzelte Lam. Warum er nun nach Dassendorf ging, ist leicht zu beantworten.

Lam und Schönteich eint eine alte Verbindung zum SCVM

„Jan Schönteich hat als ich 16 oder 17 war meinen Cousin trainiert. Er war damals beim SC Vier- und Marschland Trainer. Der Kontakt ist dann nie wirklich abgebrochen. Als ich dann zurückwollte, hat mein Cousin wieder Kontakt mit Jan aufgenommen und gefragt, ob Dassendorf sich das vorstellen kann, mich zu verpflichten. So kam der Kontakt zustande“, erklärte der 29-Jährige. Trotz des Profi-Fußballs in China hat das runde Leder dort einen anderen Stellenwert. „Fußball hat da einen niedrigen Stellenwert. Ins Stadion kommen immer so ein bis zweitausend Leute. Wenn die Leute da fußballbegeistert wären, dann würde das Stadion jedes Mal ausverkauft sein. Eher der ausländische Fußball, wie die Premier League, hat da einen höheren Stellenwert“, berichtete Lam, der einst beim VfL Lohbrügge seine Karriere begann. Seine Rückkehr könnte sich der Außenverteidiger demnach auch vorstellen, wenn aber zu einem anderen Zeitpunkt. „Aus fußballromantischer Hinsicht wäre das ganz schön. Mein Vater sagt immer, sag niemals nie. Von daher würde ich das schon in Betracht ziehen. Ich wohne auch nur zehn Minuten vom Platz entfernt“, stellte Lam klar, der bis heute allerdings ein großes Defizit hat. „Chinesisch sprechen kann ich bis heute nicht. Ich kann eine Bestellung im Restaurant aufgegeben, aber wenn ich mich mit jemandem unterhalten müsste, dann würde ich sicherlich nichts verstehen“, lachte der 29-Jährige.

So wurde Lam Profi beim damaligen Bundesligisten HSV

Richtig Fahrt aufgenommen hatte die Profi-Karriere des Hamburgers in der Jugend beim HSV, wo Lam damals bei den Profis mittrainieren durfte. „Wahnsinnig beeindruckt hat mich Rafael van der Vaart, der damals von Tottenham zurück kam zum HSV. Nach dem Training hat er immer noch Freistöße geschossen, wo zehn von zehn reingegangen sind. Sehr beeindruckend war auch Mladen Petric, der ebenfalls eine tolle Schusstechnik hatte“, blickte Lam zurück. Vor allem ein Trainer hat den heute 29-Jährigen diese Erfahrungen ermöglicht. „Torsten Fink hat mich am meisten mitgeprägt, hat immer viel von mir gehalten. Seine Philosophie hat mir auch immer gefallen“, ergänzte der Lam, der bei den Rothosen auch sein Profi-Debüt feierte. „Es war damals ein sehr tolles Gefühl. Dieses erste Spiel war sehr unwirklich. Ich habe mich warmgelaufen, diese ganzen Zuschauer wahrgenommen und war sehr sehr aufgeregt. Ich kann mich noch an die Tore erinnern, an ein oder zwei Aktionen auch. Aber man spielt dann nur die Automatismen ab. Das einzige, woran ich erinnere, ist noch, als ich nach dem Spiel Rudolfo Cardoso umarmt habe“,  so der 29-Jährige, der bis heute mit einigen Spielern von damals Kontakt hat. „Mit Maxi Beister habe ich noch Kontakt, Tolgay Arslan auch. Heung-Ming Son habe ich damals in Hong-Kong bei einem Testspiel getroffen. Mit einigen, mit denen ich in der Jugend gespielt habe, sind bis heute meine besten Freunde“, fügte Lam an, der sein Ziel deutlich vor Augen hat.

„Ich möchte mit Dassendorf so erfolgreich wie möglich zu sein. Es wäre auch ganz schön, dass eine oder andere Mal noch im DFB-Pokal zu spielen“, macht Lam keinen Hehl aus seinen Ambitionen. Aktuell steht der Spielbetrieb in der Oberliga Hamburg allerdings still. Wann es weiter geht, ist noch unklar. „Ich halte mich im Moment mit laufen fit, habe auch einen Laufplan vom Verein bekommen“, blickt Lam bereits in die Zukunft. Und wer weiß: Vielleicht kann der Ball schon im kommenden Sommer wieder bei den Amateuren rollen. Zhi-Gin Lam würde es sicherlich freuen, wieder auf dem Platz stehen zu können.

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Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 22-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.