Donnerstag, 20. Juni 2019
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Nächste Wedel-Pleite – Domingo: „Es muss was passieren!“

Die vierte Niederlage im sechsten Spiel: Der Wedeler TSV steckt immer tiefer im Tabellenkeller fest. Trotz 1:0-Führung siegte Teutonia 05 am Sonntagvormittag verdient noch mit 3:1. Wedel-Trainer Daniel Domingo holte zum verbalen Rundumschlag aus und kündigte Konsequenzen an.

Kann man halten: Der Freistoß von Erman schlägt genau im Torwarteck ein. Foto: KBS-Picture

Die Gastgeber legten los wie die Feuerwehr: Keine fünf Minuten waren im Elbe-Stadion gespielt, als die ersatzgeschwächten Gastgeber in Führung gingen. Tom Münster vollstreckte einen Bock von T05-Keeper Mirko Oest aus kuzer Distanz (5.). „Das war für uns natürlich kein guter Start, so haben wir uns das Leben selbst schwer gemacht“, ärgerte sich Teutonia-Trainer Sören Titze später, der in der Folge allerdings fast ausschließlich seine Farben aktiv auf dem Feld sah. Pascal Eggert probierte es aus spitzem Winkel, scheiterte aber an dem guten Stellungsspiel von Wedel-Schlussmann Andre Alves Lopez (25.). Nur wenig besser machte es 180 Sekunden später Niklas Mallwitz nach einem Eckball von Arne Gillich, der das Leder aus drei Metern noch über den Querbalken semmelte (28.). Und so brauchten die Gäste bis nach der Pause, ehe sie den Ausgleich bejubeln konnten. Niklas Holz flanke von rechts in den Wedel-Sechzehner, wo Maximilian Walter ein Luftloch schlug und so Aytac Erman die Chance zum Ausgleich gab. Der T05-Stürmer lässt sich diese nicht entgehen und versenkte das Leder eiskalt im Netz (64.). „Ich war mir sicher, dass ein Tor den Knoten zum Platzen bringt“, so Titze später, der Recht behalten sollte. Denn: Knappe zehn Minuten später gingen die Ottsener auch in Front. Aytac Erman vollstreckte einen Freistoß aus 16 Metern ins rechte untere Eck (74.). Wedel-Keeper Lopez sah bei diesem Ball nicht wirklich gut aus. Eine knappe Viertelstunde vor Ultimo machten die Titze-Schüler dann recht sehenswert den Deckel drauf. Nach einem ganz schlimmen Fehlpass von Christian Dirksen bedankte sich der eingewechselte Furkan Aydin, der die Pille aus rund elf Metern halbrechter Position in den rechten Giebel einschweißte (79.).

Am Ende jubelten die Gäste, fuhren einen verdienten 3:1-Sieg ein. Foto: KBS-Picture

„Das Einzige, was ich in der ersten Halbzeit bemängle, ist, dass wir unsere Chancen nicht genutzt haben. Nach der Pause haben wir mit Geduld Fußball gespielt“, erklärte T05-Trainer Titze und fügte an: „13 Punkte aus sechs Spielen sind okay. Viele haben mich vor der Saison belächelt, als ich gesagt habe, dass die Oberliga dieses Jahr enger wird. Wir haben heute eine vernünftige Antwort gegeben.“ Wedel-Coach Daniel Domingo zeigte sich hingegen mit der Einstellung seiner Kicker nicht zufrieden. Denn: Mit Niklas Marten und Lorenz Golombiewski hatte Domingo zwei Torhüter als Feldspieler auf der Bank, ein Akteur kam erst zur zweiten Halbzeit (Verschlafen weil Party am Vorabend, Anm. d. Red.) zur zweiten Halbzeit. Domingo: „Damit kann man nicht arbeiten, aber ich stelle mich da auch selber in Frage. So kann es nicht weitergehen“, erklärte der Deutsch-Spanier und ergänzte: „Ich habe auch eine Familie zu Hause, habe auch Kinder die Fußball spielen. Ich nehme mir gerne unter der Woche und am Wochenende Zeit, weil wir in der Oberliga sind. Aber wenn das einige Spieler das nicht verstehen, dann fehlen wir dazu alle Worte. Ich werde mir die Woche über meine Gedanken machen“, so Domingo weiter, um dann deutlich zu werden: „Ich bin ein sozialer Mensch, wir verdienen alle unseren Lebensunterhalt nicht mit Fußball. Ich gebe gerne, aber die Spieler müssen etwas zurückgeben. Vielleicht muss man in dieser Mannschaft alles verbieten. Dann kann ich keinen Urlaub genehmigen und muss einen Spieler, der zu spät zum Spiel kommt, suspendieren.“ Zu dem sportlichen Teil fügte der 42-Jährige abschließend an: „Wir sind jetzt voll im Abstiegskampf, das muss man so sagen. Das müssen wir annehmen. Zwei Punkte sind zu wenig.“

Foto: KBS-Picture

Über Niklas Heiden

Niklas Heiden
Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 20-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.