Montag, 17. Juni 2019
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Özcan schlenzt den HSV ins Viertelfinale

Souverän ins Viertelfinale eingezogen und knapp 1,3 Millionen Euro in die leeren Kassen gespült: Am Dienstagabend besiegte der Hamburger SV den 1.FC Nürnberg verdient mit 1:0. Berkay Özcan erzielte dabei den goldenen Treffer des Tages. Die Franken kamen im Spiel auf einen Torschuss.

Musste zur Pause verletzungsbedingt ausgwechselt werden: Kicker Orel Mangala. Foto: KBS-Picture

Ohne die verletzten Pierre Michel Lasogga und Gideon Jung startete der Hamburger SV am Dienstagabend in das Achtelfinale des DFB-Pokals gegen den 1.FC Nürnberg. Nach einer fast fünfzehnmünitigen Abtastphase waren es dann die Hamburger mit einem Standard, die erstmals ansatzweise gefährlich wurden. Nach einem Foulspiel an Fiete Arp war es Douglas Santos, der einen Freistoß aus 22 Metern rechts am Kasten von FCN-Keeper Christian Mathenia vorbei setzte (16.). Und nur zwei Minuten später war es dann Lewis Holtby, der nach einer etwas missglückten Ecke ebenfalls in Mathenia seinen Meister fand (18.). Ansonsten passierte wenig im Hamburger Volksparkstadion. Die Gastgeber ließen das Leder meistens durch die eigenen Reihen laufen, die Gäste aus Franken zogen sich in die eigene Hälfte zurück. In der 27. Minute ging dann ein Schrei durch die Arena. Enrico Valentini holte Douglas Santos kurz vor der eigenen Sechzehnerkante von den Beinen, die HSV-Fans forderten einen Strafstoß. Doch Referee Harm Osmers hatte die Szene exelent gesehen und entschied auf Freistoß für die Rothosen, den Berkay Özcan in die Arme von Mathenia ausführte. Von den Gästen aus Franken war im ersten Abschnitt wirklich gar nichts zu sehen, nicht mal einen Abschluss hatte die Köllner-Elf auf der Habenseite. Auch deshalb ging es für beide Teams mit dem torlosen Remis zurück in die Kabinen, was zu dem Zeitpunkt auch in Ordnung ging.

Fiete Arp (li.) stand erstmals in dieser Saison über die volle Spielzeit auf’m Platz. Foto: KBS-Picture

Mit Anpfiff der zweiten Hälfte überraschte HSV-Trainer Hannes Wolf aus der Not heraus, brachte für den verletzten Orel Mangala Vasilije Janjicic auf das grüne Geläuf. Und dennoch dauerte es keine zehn Minuten, ehe die Rothosen den eigenen Anhang in pure Extase versetzten. Nach einem geblockten Abschluss von Fiete Arp war Berkay Özcan zur Stelle, der mit viel Bedacht die Kugel mit der linken Innenseite in die linke untere Ecke schob (54.). Die nicht unverdiente Führung für die Wolf-Equipe, immerhin hatten die Rothosen im ersten Abschnitt deutlich mehr in die Begegnung investiert. Zwar brachten die Rothosen nun wieder mehr Schwung nach vorne, weitere dicke Chancen konnten sich die Wolf-Kicker aber nicht herausspielen. Und so reagierte der HSV-Trainer und brachte nach 70 Minuten Tatsuya Ito für Torschütze Özcan auf das Feld. Bitter für alle Fans des FCN: Die Bundesliga-Kicker bekamen über die gesamte Spielzeit hinweg keinen einzigen Torschuss auf das Tableau. Nicht einmal ein Schuss in Richtung des HSV-Tores verzeichneten die Statistiker. Erst in der Nachspielzeit schaffte es ein Abschluss in die Geschichtsbücher. „Wir haben als Mannschaft super gespielt und am Ende verdient gewonnen“, freute sich Bakery Jatta nach dem Abpfiff. „Am Ende war ich tot, bin so viel gelaufen. Aber gewinnen macht Spaß. Nach dem Bielefeld-Spiel war es eine gute Antwort“, fügte der 20-Jährige an und ergänzte: „Es wäre ein Traum, mal das Finale zu spielen.“

Bakery Jatta (re.) spielte seine Gegner schwindelig, gewann sehr viele Zweikämpfe. Foto: KBS-Picture

HSV-Youngster Fiete Arp kommentierte nach dem Abpfiff: „Genau das will man am Dienstagabend über die 90 Minuten sehen. Viel Einsatz und am Ende ein Tor. Trotzdem müssen wir die Angriffe besser zu Ende spielen“, gab sich HSV-Juwel Arp selbstkritisch und bilanzierte weiter: „Nürnberg hat aktuell eine schwere Situation, dass wollten wir nutzen. Das Gefühl heute war überragend. Zu Hause, Achtelfinale – was Besseres gibt es kaum.“ Das der 19-Jährige erstmals wieder über die volle Spielzeit ran durfte, hinterließ seine Spuren. Arp: „Das hab ich am Ende auch gemerkt. Da war der eine oder andere Krampf im Anflug. Gott sei Dank haben wir es in der regulären Spielzeit geschafft. Eine Verlängerung wäre eng geworden“, scherzte der 19-Jährige. Torschütze Berkay Özcan wurde nach dem Spiel sogar zum „Man of the Match“ gewählt. „Wie die Mannschaft heute gespielt hat, das war überragend. In dem Moment, wo der Ball drin war, konnte ich gar nicht nachdenken. Man sieht nur die Gesichter und die Fans. Das war unglaublich“, so Özcan, der seine neue Trophäe nun mit in die Heimat nimmt. Der Deutsch-Türke: „Ich fliege morgen nach Hause. Dann stelle ich den bei meiner Mutter hin. Ich muss aber auch für die Mannschaft noch zwei ausgeben.“ HSV-Capitano Lewis Holtby bilanzierte abschließend: „Es war unser Manko, dass wir nicht das 2:0 gemacht haben. Aber mit so einer jungen Truppe muss man auch mal ein echtes Kompliment aussprechen.“

Foto: KBS-Picture

Über Niklas Heiden

Niklas Heiden
Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 20-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.