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Bundesliga

Raus aus der Asche: St. Pauli ringt Nürnberg nieder

Niklas Heiden

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Foto: IMAGO / HMB-Media

Der FC St. Pauli behält seinen positiven Trend im Jahr 2021 weiterhin bei. Beim 1. FC Nürnberg siegten die Kiezkicker mit 2:1 und holten damit bereits den dritten Erfolg in der Fremde in Folge. Aber: Die Boys in Brown mussten kurz vor Schluss unnötig lange um die drei Punkte zittern.

„Wir sind froh, dass wir uns so gut befreit haben. Der Abstand ist aber immer noch eng. Wir haben aber immer noch einen Blick nach unten. Wir müssen unsere Spiele gewinnen und das wird nur weiter funktionieren, wenn sich jeder auf die eigene Leistung fokussiert“, mahnte St. Pauli-Trainer Timo Schultz vor dem Auswärtsspiel der Kiezkicker unter der Woche gegen den 1. FC Nürnberg. Für das wichtige Spiel bei den Franken ließ Schultz die Startelf im Vergleich zum Heimspiel gegen den SV Sandhausen unverändert. Lediglich im Kader nahmen die Kiezkicker eine Veränderung vor. Simon Makienok wurde durch Igor Matanovic ersetzt. Die Begegnung begann recht zerfahren, die erste Chance des Spiels verzeichneten aber die Hausherren. Nach einem zuerst geblockten Freistoß aus dem Halbfeld landete der Ball über Umwege Nikola Dovedan, der auf das kurze Eck abschloss. Dejan Stojanovic tauchte früh ab und konnte zur Ecke klären (9.). Es dauerte über zwanzig Minuten, ehe sich die Hamburger zum ersten Mal ansatzweise gefährlich vor dem Kasten des FCN meldeten. Dann wurde es aber direkt brenzlig für die Hausherren. Guido Burgstaller flankte von rechts auf den ersten Pfosten, dort verpasste Rodrigo Zalazar zuerst, doch Daniel-Kofi Kyereh machte die Szene für Leart Paqarada wieder heiß. Der Außenverteidiger kam aus spitzem Winkel zum Abschluss und verfehlte sein Ziel nur knapp (23.).

St. Pauli lässt Chancen liegen – Burgstaller netzt per Außenrist

Die Kiezkicker bekamen in der Folge mehr Zugriff auf Ball und Gegner, brauchten aber dennoch die Unterstützung der Klauß-Elf für die nächste Gelegenheit. Einen bereits geklärten Eckball machte Finn-Ole Becker wieder scharf, brachte den Ball mit dem Kopf wieder an den Fünfmeterraum. Dort nickte Lukas Mühl den Ball genau vor die Füße von Burgstaller, der aus vier Metern alleine vor dem FCN-Gehäuse stand. Doch sein Aufsetzer klatschte nur gegen den Querbalken und wurde im Anschluss geklärt (29.). Die Hamburger bekamen nun mehr Chancen. Keine 120 Sekunden nach der Burgstaller-Gelegenheit servierte Paqarada den Ball perfekt für Philipp Ziereis im Strafraum, der das Leder aber mit dem Hinterkopf über den Kasten köpfte (31.). Dass die Hamburger zu diesem Zeitpunkt nicht bereits in Führung gegangen waren, grenzte schon an ein Wunder. Vor allem, nachdem Burgstaller kurz vor der Pause gleich doppelt die Führung vergab und aus kurzer Distanz an Nürnberg-Schlussmann Christian Mathenia scheiterte (39.). In der Nachspielzeit des ersten Durchganges sollte sich genau das aber noch ändern. Dann bekamen die Hausherren einen langen Ball nicht geklärt, Marmoush steckte das Leder auf Burgstaller durch und dieser versenkte die Kugel mit dem Außenrist im linken oberen Giebel (45.+1).

 VAR gibt Elfmeter nicht – Marmoush legt vom Punkt nach

Nürnberg-Trainer Robert Klauß reagierte in der Pause auf den Rückstand und brachte neben Manuel Scheffler auch Georg Margreitter für Tom Krauß und Asger Sörensen (46.). Keine zehn Minuten war der zweite Durchgang alt, da hätten die Schultz-Schützlinge beinahe nachgelegt. Nach einem Konter über Kyereh landete der Ball am Strafraum bei Burgstaller, der das Leder wiederum in die Mitte auf Zalazar legte. Der Ball lag im Netz, doch beim Zuspiel stand Burgstaller bereits im Abseits. Der Treffer zählte somit nicht (57.). Brenzlig wurde es kurz darauf erneut im Strafraum der Gastgeber. Nach einem Eckball landete der Ball aus dem Gewühl an der Hand von Tim Latteier, doch der Pfiff von Referee Alexander Sather blieb aus (61.). Auch die Überprüfung durch den Video-Assistent-Referee (VAR) änderte an der Entscheidung nichts. Das änderte sich weitere drei Minuten später. Dann wurde Kyereh in der Box von Mühl von den Beinen geholt, diesmal zeigte Sather auch auf den Punkt. Omar Marmoush legte sich das Leder zurecht, Mathenia ahnte die Ecke und kam sogar an den Ball, doch das Leder schlug in den Maschen ein (65.). Die Hamburger hatten das Tor zum Dreier zu diesem Zeitpunkt weit aufgestoßen.

Borkowski markiert den Anschluss – St. Pauli rettet FCN-Sieg

Doch die Hausherren erhöhten erneut die Schlagzahl und machten deutlich, dass sie mit der Niederlage sich noch nicht abfinden wollten. Und so kam es, wie es kommen musste. Der eingewechselte Dennis Borkowski bekam die Kugel perfekt von Latteier auf dem Schädel serviert und nickte die Pille halbhoch in das Netz der Kiezkicker ein (77.). Plötzlich keimte bei den Nürnbergern wieder Hoffnung auf. Und so musste die Schultz-Elf in der Schlussphase noch einmal richtig zittern. Acht Minuten vor dem Ende probierte es dann ausgerechnet Ex-Kiezkicker Mats Möller Deahli, von dem ansonsten eher wenig zu sehen war, aus der zweiten Reihe. Dejan Stojanovic konnte nur unter großer Mühe rettetn (82.). Timo Schultz reagierte auf die Drangphase der Nürnberger und wechselte gleich drei Mal durch. Zander, Matanovic und Reginiussen kamen ins Spiel, sollten mehr Sicherheit in die nun wackelige Defensive bringen. Das klappte sogar so gut, dass die Hamburger beinahe den Deckel drauf gemacht hätten.

Ohlsson bediente nach einem Konter im Strafraum Matanovic, der aber an einer Glanzparade von Mathenia scheiterte (88.). Boys in Brown gingen zu fahrlässig mit ihren Chancen um. Das änderte sich auch kurz vor dem Abpfiff nicht, als Dittgen die Entscheidung erneut auf dem Fuß hatte, den Ball aber rechts am Kasten vorbei legte (90.). Und so mussten die Kiezkicker fünf Minuten in der Nachspielzeit zittern, ehe sie den Sieg beim 1. FC Nürnberg bejubeln konnten, der am Ende auch in Ordnung ging. „Auf die Tabelle haben wir nie geschaut. Wir wollten immer unsere Leistung auf dem Platz bringen. So wie wir jetzt drauf sind, werden wir noch einige Siege holen. Das müssen wir einfach beibehalten“, freute sich Guido Burgstaller. Am kommenden Wochenende empfangen die Kiezkicker dann Darmstadt 98.

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Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 22-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.