Montag, 17. Dezember 2018
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So ticken die Dresden-Neuzugänge der HSV U21

Aus der U19 von Dynamo Dresden zur U21 des Hamburger SV: Justin Huber und Niklas Schneider sind seit einigen Wochen Teil der Regionalliga-Truppe der Rothosen. Wir haben die beiden zum lockeren Interview getroffen und erfahren, wie die ersten Wochen in der neuen Stadt so abliefen.

Ihr seid jetzt knapp fünf Wochen in Hamburg. Wie ist Euer erster Eindruck?

Huber: „Hamburg ist eine sehr schöne Stadt! Der HSV hat uns sehr geholfen, eine Wohnung zu finden.“

Schneider: „Man kann es hier ganz gut aushalten, nur der Verkehr nervt ein bisschen. Jetzt, wo wir auch unsere eigene Wohnung bezogen haben, sind wir endgültig angekommen. Die Wochen zuvor im Hotel waren dauerhaft keine Alternative. In einer eigenen Wohnung zu leben, ist deutlich angenehmer.“

Wie würdet Ihr Eure ersten Wochen im Campus und auf dem Platz beschreiben?

Huber: „Die Mannschaft ist echt top, auch das Trainer-Team ist super. Wir kommen mit allen sehr gut zurecht. Nur die Umstellung ist für uns sehr groß, weil wir in Dresden anders Fußball gespielt haben.“

Schneider: „Die Qualität beim HSV ist groß und gerade das erste Jahr im Herren-Bereich ist immer schwer. Wir verinnerlichen die taktischen Forderungen des Trainers aber immer mehr. Ich finde schon, dass wir in den letzten Wochen Fortschritte gemacht haben.“

Bei Dynamo wird eher „Kick and Rush-Fußball“ gespielt. Wo warst Du den fitter, Justin?

Huber: „Die meiste Zeit habe ich beim HSV bisher auf der acht gespielt. In Dresden habe ich eher auf der Stürmer-Position geackert. Und gerade bei dem Spielstil von Dynamo läuft man sich da vorne oftmals tot. Das ist beim HSV für mich nun etwas anders. Auch, weil ich hier auf einer anderen Position spiele.“

Wie die Profis spielt die U21 einem 4-1-4-1 System. Wie kommt ihr mit der Umstellung zurecht?

Schneider: „Für die ganze Mannschaft war es am Anfang schwer, dieses System zu verinnerlichen. Gerade ich musste mich umgewöhnen, als Außenverteidiger immer wieder mit dem Ball in die Mitte zu rücken. Aber wir haben uns inzwischen gut hineingefuchst, denke ich – auch in der gesamten Mannschaft.“

Wie groß war denn die Umstellung, wenn man plötzlich in einer Weltstadt lebt?

Schneider: „So richtig realisieren können wir das noch gar nicht. Man hält sich zu Beginn in eher sehr begrenzten Bereichen auf, nimmt nicht alles so wahr. Aber die Stadt ist schon eine ganz andere Welt.“

Huber: „Wir haben noch nicht alles gesehen. Aber das, was wir gesehen haben, war wunderschön!“

Gebt uns doch mal einen Einblick: Wann kam der erste Kontakt zum HSV zustande?

Huber: „Wir standen schon länger in Kontakt, die Gespräche liefen recht früh. Die HSV-Scouts haben sich immer wieder unsere Spiele angeguckt, wir haben viel gesprochen. Nach unserem Spiel mit Dynamo hier in Hamburg war der Wechsel dann eigentlich finalisiert. Und kurz darauf war ich dann hier.“

Schneider: „Bei mir wurde erst im April gesprochen. In der Hinrunde habe ich nicht so viele Einsätze gehabt. Nach unserem Spiel bei Union Berlin wurde das Interesse dann konkret. Ich konnte es am Anfang gar nicht glauben. Nach den ersten Gesprächen war es für mich dann schnell klar, dass ich hier hin will.“

Was auch daran liegt, dass Du von klein auf HSV-Fan bist, Niklas?

Schneider: „Es ist kein Gerücht, ich bin tatsächlich HSV-Fan. Es ist sehr schwer zu begreifen, aber dennoch ist das Gefühl unfassbar schön. Mein Vater ist unglaublich stolz auf mich. Ich habe ihm ein paar Bilder geschickt – und prompt hatte er bei WhatsApp ein neues Profilbild.“ (lacht)

Alle sprechen immer vom „Profi werden“: Wie würdet ihr Eure Ziele beim HSV definieren?

Huber: „Jeder möchte Profi werden – das ist doch ganz klar. Aber für uns ist es jetzt wichtig, dass wir viel Spielpraxis sammeln können und uns bestmöglich im Herren-Bereich entwickeln. Das ist unsere Aufgabe.“

Schneider: „Wir denken von Schritt zu Schritt. „Profi werden“ ist für uns noch weit weg und aktuell kein Thema. Unser voller Fokus gilt, für die beiden Jahre, die wir hier unterschrieben haben, jetzt der U21.“

Nun kommt es in der Saison auch zum Duell HSV gegen Dynamo Dresden. Wer gewinnt?

Huber: „Ich glaube, dass es ein sehr enges Spiel wird. Aber der HSV sollte am Ende die Nase vorn haben.“

Schneider: „Natürlich drücke ich dem HSV die Daumen. Da gibt es keine andere Möglichkeit.“

Zieht doch mal einen Vergleich: Was ist in Dresden anders als beim HSV?

Huber: „Das kann man nicht vergleichen. Die Unterschiede sind einfach sehr groß.“

Schneider: „Wir sind in Dresden Kilometer zum Trainingsplatz gelaufen von unserer Kabine aus. Zudem hatten wir keinen Kraftraum und die Plätze gehörten der Stadt. Das sind beim HSV völlig andere Dimensionen. Hier sind alle super professionell. Das ist unglaublich toll.“

Du hast auch in Leipzig gespielt, Niklas. Warum hast Du den Vertrag aufgelöst?

Schneider: „Das Umfeld ist vergleichbar – die Begebenheiten vor Ort waren auch in Leipzig für uns top. Vereinsintern gab es dann aber ein paar Differenzen, weshalb ich den Verein nach vier Jahren verlassen habe. Ich wollte in der U19 mehr Spielzeit generieren und bin zu Dynamo Dresden gewechselt.“

Wie würdet ihr denn Eure bisherige Leistung im HSV-Trikot einschätzen?

Huber: „Ich bin es nicht gewohnt, auf der acht zu spielen. Deswegen war es für mich doch recht schwer in den Vorbereitungsspielen. Wie ich gespielt habe, entscheidet am Ende der Trainer nach der Analyse.“

Schneider: „Ich muss mich an die Physis im Herren-Bereich gewöhnen. Ich habe in der Vorbereitung drei Spiele gemacht, aber es dauert noch ein bisschen, bis man da voll drin ist. Wir setzten uns dabei aber nicht unter Druck. Wir wollen und werden uns nach und nach weiterentwickeln und auch besser werden.“

Wie sehr hat es Euch denn geholfen, dass ihr zu zweit nach Hamburg gewechselt seid?

Schneider: „Es hat uns sehr geholfen. Wir haben auch schon in Dresden zusammengewohnt, sind ein eingespieltes Team was beispielsweise den Haushalt angeht. In gewisser Weise lässt einen das auch im Komfort leben, weil man nicht unbedingt auf Leute zugehen muss. Man wächst sehr eng zusammen.“

Und wer kümmert sich mehr um die Sauberkeit im Haus bzw. in der Wohnung?

Huber: „Das ist eigentlich immer meine Aufgabe. (lacht) Ich bin meistens der, der saugt, die Wäsche macht, oder auch das Klo putzt. Niklas ist da eher so der faule Typ, was diese Dinge im Haushalt angeht.“

Schneider: „Das hat sich in der Zeit so manifestiert. (lacht) Ich habe ihm in der Schule geholfen, dafür hat Justin den Haushalt gemacht. Aber natürliche packe ich zu Hause auch mit an, das ist doch ganz klar.“

Kocht ihr denn lieber zu Hause, oder geht ihr mehr auswärts essen?

Schneider: „Da sind wir beide relativ ausgeglichen. Manchmal ist es auch ganz schön, Essen zu gehen. Wir stimmen uns da aber schon ab. Es ist nun nicht so, dass einer kocht und der andere dann Essen geht.“

Huber: „Wenn wir Geld haben, gehen wir essen. Wenn wir kein Geld haben, gehen wir auch essen.“ (lacht)

Fotos: KBS-Picture

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Über Niklas Heiden

Niklas Heiden
Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 19-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.