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Oberliga Hamburg

Süderelbe-Sieg von Rassismus-Ruf überschattet

Niklas Heiden

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Der FC Süderelbe hat am Freitagabend erneut einen Dreier eingefahren. Die Mannschaft von Trainer Jean-Pierre Richter setzte sich mit 2:0 gegen den abstiegsbedrohten VfL Pinneberg durch und klettert damit in der Tabelle mindestens über Nacht auf Rang vier. Überschattet wurde das Spiel durch einen rassistischen Ruf gegenüber dem Süderelbe-Akteur Samuel Louca.

„Wir wussten, dass Süderelbe sehr Heimstark ist. Aber wir hatten ein vernünftige Taktik und auch die große Chance zur Führung. Am Ende stimmt der Ertrag bloß einfach nicht“, analysierte VfL-Coach Thorben Reibe nach dem Spiel, der gerade im ersten Abschnitt eine sehr disziplinierte Leistung seiner Schützlinge sah, die in der Defensive kaum etwas anbrennen ließen und nach vorne immer wieder gute Nadelstiche setzten. Den Anfang machte Steffen Maaß, der nach einem Doppelpass mit Tim Jeske FCS-Schlussmann Dennis Lohmann zum Handeln zwang (12.). Die erste bessere Möglichkeit der Gastgeber sahen die 242 Zuschauer erst nach einer knappen halben Stunde: Samuel Louca bediente Tolga Tüter, dessen Abschluss allerdings von Jan Zimmermann vereitelt wurde (34.). Die beste Chance der ersten Hälfte hatten dann aber doch die Gastgeber, nachdem Tüter von der Mittellinie einen schönen Solo-Lauf startete und in VfL-Keeper Baese seinen Meister fand (42.). Nach dem Seitenwechsel startete die Partie schwungvoll.

Denn bereits fünf Zeigerumdrehungen nach Wiederanpfiff hätten die Richter-Schützlinge die Fühlung erzielen können, doch sowohl Dennis Bergmann, dessen Schuss geblockt wurde, als auch der Schuss von Kohpeiß, der nur am Innenpfosten landete, ließen die Gastgeber nicht jubeln (50.). Dafür hätte Flemming Lüneburg nahezu im Gegenzug die Führung für die Pinneberger erzielen müssen, scheiterte, nach der Hereingabe von Richert, allerdings an einem starken Reflex von Lohmann (53.). Eine Bergamann-Ecke war es dann, die für weiteren Gesprächsstoff sorgte. Denn unter dieser flog VfL-Keeper Baese hindurch, sodass Yannick Petzschke zur FCS-Führung einnetzten konnte. Doch Referee Björn Krüger entschied auf Freistoß und gab den Treffer nicht (72). Sieben Minuten vor Ultimo gelang den Gastgebern dann der lange ersehnte Torerfolg: Ernesto Keisef steckte perfekt durch auf Tolga Tüter, der Baese um kurvte und locker zur FCS-Führung abschloss. In der ersten Minute der Nachspielzeit setzte dann Samuel Louca den Deckel drauf, nachdem er eine von Baese verschuldete Tüter-Ecke in die Maschen beförderte.

Die Partie ist gerade am Kiesbarg beendet, als ein vermeintlicher Pinneberg-Anhänger einen rassistischen Ruf in Richtung Spielfeld abgibt. Getroffen hat dies Süderelbe-Torschütze Samuel Louca, der sich sofort lautstark beschwerte. Dabei kam es auch zu kurzen körperlichen Auseinandersetzungen. „Es ist schade, dass der Amateur-Sport dadurch überschattet wird. Auch wir machen als Mannschaft nicht immer alles richtig, aber wenn ein Spieler meiner Mannschaft rassistisch beleidigt wird, ist das natürlich nicht zu akzeptieren“, erklärt FCS-Coach Jean-Pierre Richter nach dem Schlusspfiff. Der Fan selbst beteuert den Schiedsrichter gemeint zu haben. „Wenn die Barriere da nicht gewesen wäre, dann hätte Samuel auch sicherlich keiner aufhalten können. So etwas ist sehr persönlich und wer seine Familien-Geschichte kennt, der weiß, dass solche Dinge für ihn das Schlimmste sind“, so Richter weiter. „Deswegen hat Pinneberg, unabhängig vom Spiel, heute auch keine Punkte verdient gehabt“, ergänzte der 28-Jährige.

Foto (Archivbild): Lars Mundt (Smart Art)

Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 21-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.