Sonntag, 20. Oktober 2019
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„Vollgas-Toni“ schenkt Osdorf Sasel-Sieg

Aus einem 0:1-Rückstand noch einen 4:1-Sieg gemacht: Der TuS Osdorf überraschte Freitagabend gegen den TSV Sasel. Ein Doppelpack von Toni Rohrbach und Jeremy Wachter ebneten den Weg zum zweiten Sieg in Folge. Dabei hatte die Zankl-Elf nach 55 Sekunden schon die Führung markiert.

„Vollgas, Toni“, rief Osdorf-Manager Cemil Yavas seinem Schützling wenige Sekunden vor dem Anpfiff zu. Doch 55 Sekunden später war (fast) schon wieder alles vorbei. Nach nicht einmal einer Minute flog der Ball von rechts in den Osdorf-Sechzehner herein, in der Mitte stand Timo Adomat goldrichtig und staubte aus kurzer Distanz ab (1.). Die Feuerwehr-Führung für Sasel und der nächste Nackenschlag, den Sieg in Bramfeld letzte Woche mal ausgenommen, für Osdorf. Und die Hausherren brauchten, um überhaupt einen Zugang zum Spiel zu finden. Da hätte Sasel aber durchaus schon höher führen können. Über Tolga Celikten landete das Leder am Strafraum bei Stefan Winkel, der den Ball dann wieder in den Sechzehner zu Louis Kourkis durchsteckte. Dieser kam frei vor Tjark Grundmann zum Abschluss und setzte seinen Abschluss rechts am Pfosten vorbei (22.). Vier Minuten später erzielten die Obloch-Kicker dann den Ausgleich. Papa Mousse Ndiaye ließ an der rechten Seite der Grundlinie Tolga Celikten aussteigen und spielte das Leder dann an den Fünfmeterraum. Dort drehte sich Jeremy Wachter und legte die Pille gut in die lange Ecke (26.). Keine 60 Sekunden später stellten die Gastgeber den Spielverlauf dann so richtig auf den Kopf. Sasel bekam nach einem Standard das Leder nicht geklärt und der Ball landete im Rückraum auf den Schlappen von Toni Rohrbach. Dieser zog mit voller Wucht ab und hämmerte das Spielgerät sehenswert in die Maschen (27.). Aus 0:1 mach 2:1 – Osdorf hatte das Spiel nicht nicht einmal einer Minute gedreht. Doch Sasel blieb weiterhin gefährlich. Stefan Winkel tankte sich links in den Strafraum durch und zog dann in die Mitte. Aus fünf Metern schloss er dann mit dem Außenrist auf die kurze Ecke ab, doch Grundmann war zur Stelle und wehrte ab (34.). Quasi mit dem Pausenpfiff wurden die Gäste dann, diesmal vom Referee, bestraft. Toni Rohrbach befand sich im Zweikampf mit Luis Take, legte sich den Ball dann zu weit vor und rauschte dann mit Todd Tuffour zusammen. Referee Max Beyer zeigte sofort auf den Punkt, zum völligen Unverständnis der Gäste. Jeremy Wachter vollstreckte zum 3:1 (45.).

Nach dem Seitenwechsel wirkten die Parkwegler durch den stritten Strafstoß kurz vor der Halbzeit dann immer noch mitgenommen und fanden keinen wirklichen Zugang mehr zum Spiel. So war es vor allem Osdorf, die gute Chancen, das Spiel früher zu entscheiden, liegen ließen. Mehrfach rettete dann Sasel-Schlussmann Todd Tuffour stark (54., 60.), ehe der Keeper nach über einer Stunde machtlos war. Mehmet Eren steckte den Ball in den Lauf von Toni Rohrbach durch, dieser blieb aus spitzem Winkel vor Tuffour ganz cool und chipte das Leder leicht über den Schlussmann hinweg in die Maschen (67.). Eben jener Toni Rohrbach, den Manager Cemil Yavas vor dem Spiel noch angestachelt hatte. Mehr tat sich in den danach noch zu spielenden 20 Minuten dann aber nicht. „Wir machen es nach dem 1:0 eigentlich auch noch ganz gut, auch wenn das Pressing sehr wild war“, bilanzierte Sasel-Übungsleiter Danny Zankl und fügt an: „Ich finde nicht, dass die Szene ein Strafstoß war. Das war nie einer. Unser Keeper hat eine Beule am Kopf. So ein Tor kurz vor der Pause ist bitter.“ Zudem ergänzte Zankl: „Wenn wir den Anschlusstreffer machen, dann ist auch mehr drin. Wir mussten das offene Spiel riskieren. Wir haben durch zwei individuelle Fehler verloren, weil wir zu schläfrig waren. Wir haben einige Spieler, die aus diesem Spiel lernen können. Wir können das Spiel gut aufarbeiten.“ Osdorf-Trainer Philipp Obloch wirkte nach zuletzt zwei Siegen nach dem Abpfiff befreit. „Das geht runter wie Öl heute. Es tut gut“, zeigte sich Obloch erfreut und ergänzte: „Ich bin nicht davon ausgegangen, aber ich wusste, dass wir schon eklig sein können. Die Jungs haben es heute bravourös gemacht.“ Zum schlechten Start erklärte der 40-Jährige abschließend: „Das Spiel hätte besser starten können. Gerade mit den Begleitumständen und den Spieler, die ausgefallen sind, bin ich stolz auf die Jungs. Fußball ist oft komisch. Wir haben gute Spiele gemacht und nicht gewonnen. Man darf sich nicht verrückt machen lassen und muss weiter arbeiten. Das haben wir im Umfeld hinbekommen.“

Foto (Archivbild): Heiden

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Über Niklas Heiden

Niklas Heiden
Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 20-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.