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Kolumne

Klookschieter: Die Initiative – „Profi-Status“

Niklas Heiden

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Klookschieter
Foto: KBS-Picture

Klookschieter, auf hochdeutsch Klugscheißer: In unserer Kolumne fasst unser Chefredakteur Niklas Heiden sein wichtigstes Thema der vergangenen letzten Woche zusammen. Heute im Blickpunkt: Die Initiative „Praxis – Fußball“ und die Frage nach Profitum in der Regionalliga.

Transparenz, demokratische Werte und eine frühzeitige Kommunikation: Unter diesen drei großen Punkten stellte sich in der vergangenen Woche die neue Initiative „Praxis – Fußball“ erstmals öffentlich vor. „Bei allem Verständnis für die schwierige Situation fühlen wir uns im Umgang mit den (politischen) Auswirkungen vom Hamburger Fußball-Verband (HFV) nicht ausreichend repräsentiert, informiert und abgeholt“, hieß es in den ersten Sätzen der Mitteilung der Sprecher Sören Deutsch (TSV Glinde) und Söhren Grudzinski (TSV Sasel). So dürfte es vielen Vereinen in Hamburg gehen, die ebenso wie andere Bereiche in dieser Stadt unter der Corona-Krise leiden. Aus meiner Sicht ist so ein Zusammenschluss der Vereine mehr als nur richtig. Erstens: Zusammen, als abgestimmte, demokratische Gemeinschaft, haben sie tatsächlich die Gelegenheit, am Ende auch etwas zu verhindern oder zu ändern. Und zweitens gibt es endlich die Möglichkeit, für sehr viele Vereine zu sprechen und eine Masse zu bewegen. Das so eine Initiative allerdings erst gegründet werden muss, damit sich im Hamburger Amateurfußball etwas ändern kann, lässt allerdings tief blicken. Das es große Gräben zwischen den Klubs und dem Hamburger Fußball-Verband gibt, bestätigte sich damit erneut. Doch warum man aus HFV-Sicht nicht mal einen Schritt auf die Vereine zu macht? Keine Ahnung. Denn das Unverständnis geht deutlich weiter hinaus als nur in den sozialen Netzwerken, wie ein Verbandsprecher dem „Abendblatt“ sagte. Er sprach von einem „verzerrten Bild“, was sich dadurch ergeben würde. Ein verzerrtes Bild ergibt sich aber übrigens auch durch eine falsche Brille, die man aufhat. Und daran ist man meistens am Ende eindeutig selbst schuld.

„Unsere Amateure – echte Profis“. So titelt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bereits seit einiger Zeit, um den Stellenwert des Amateurfußballs immer wieder deutlich zu machen. Doch die Corona-Pandemie zeigt leider erneut sehr deutlich die Prioritäten auf. Während die ersten drei Profi-Ligen spielen dürfen, gibt es in den verschiedenen Regionalligen ein Flickenteppich, an dem auch der DFB mit seinen Regionalverbänden schuld ist. Anstatt hier einheitliche Regelungen zu schaffen, müssen nun einige Ligen pausieren, weil sie eben nicht als Profi-Liga eingestuft wurden, und einige andere dürfen spielen. Das könnte am Ende der Saison durchaus noch zu interessanten Situationen führen. Zur anderen Seite der Medaille gehört aber natürlich auch, dass es große Unterschiede was die Strukturen angeht beispielsweise zwischen der Regionalliga West und der Regionalliga Nord gibt. Das lässt sich auch nicht wegdiskutieren. Aber geht es am Ende auch nicht um die Berechtigung, dass alle gleich sind? Das betrifft auch die Frage, welche Mannschaften trainieren dürfen. Während die „kleinen Vereine“ aus der Nord zu den Amateuren zählen, haben die U23-Teams logischer Weise nahezu nur Berufsfußballer. Sie dürfen somit trainieren, alle anderen nicht. Das da ein Fünkchen Neid aufkommt, ist doch sonnenklar. Und der Fehler liegt nicht bei den U23-Teams, sondern beim Verband und der Politik. Es wird leider mit zweierlei Maß gemessen – und das in so vielen Bereichen. Es bleibt nur zu hoffen, dass alle Klubs die neue Pause finanziell überleben. Denn auf Hilfe, das hat man nun gesehen, braucht man leider nicht mehr hoffen.

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Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 21-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.