Montag, 22. Juli 2019
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Streit um die T05-Jugend: Brandbrief sorgt für Wirbel

Die Gräben innerhalb des Vereins scheinen groß zu sein: Bei Teutonia 05 sorgt aktuell ein Brand-brief für großen Wirbel. Der Vorstand soll Pläne für eine Umstrukturierung der Jugendabteilung haben. Zwei Personen sind bereits zurückgetreten. Auch ein Spielerberater soll im Boot sitzen.

Sportlich läuft eigentlich alles rund bei Teutonia 05, auch wenn der Oberliga-Mannschaft zum zweiten Mal in Folge wohl der Aufstieg in die Regionalliga Nord verwehrt bleiben wird. Dafür regt sich nun in der Jugendabteilung der Ottenser großer Widerstand – und zwar gegen die Pläne des Vorstandes. Denn laut einem mehrseitigen Brief, den Eltern der B-Jugend an weitere Eltern verschickten, will der Verein die B-Jugend „auflösen“. Hintergrund sei eine Umstrukturierung der Jugendarbeit, die sich in Zukunft mehr auf das Leistungsprinzip stützen soll. „Aus einem im Stadtteil verwurzelten Verein für alle (Kinder) könnte ein Verein für wenige werden, in dem es vor allem um Leistung geht, egal mit welchen (finanziellen) Mitteln“, heißt in dem Schreiben der Eltern. Pikant: Die U17 ist aktuell das erfolgreichste Jugend-Team der Kreuzkirchler. In der U17-Oberliga steht die Mannschaft von Trainer Dominic Goos zwei Spieltage vor Saisonende auf Platz eins. Allerdings ist ein Aufstieg in die Regionalliga nach den Statuten des Hamburger Fußball-Verbandes in dieser Saison nicht vorgesehen. Weiter heißt es, dass der Vorstand für die neue Saison einen „Lizenz-Trainer“ verpflichten wolle, der eine „Mannschaft nach leistungsorientierten Kriterien zusammenstellen soll, die im nächsten Jahr den Aufstieg in die Regionalliga schaffen soll.“ Nach Angaben des Vorstandes, so berichten die Eltern, hätten bereits 25 bis 30 Spieler vom Niendorfer TSV oder dem FC St. Pauli fest zugesagt. Die Eltern befürchten, dass sich die Kinder „einen neuen Verein suchen müssen“.

Am vergangenen Sonntag verkündete der Vorstand dann, so heißt es in dem Brief, den Plan zur neuen Saison in die Tat umsetzen zu wollen. Daraufhin haben mit Mirko Wollenberg und Hein Hansen die beiden Jugendleiter des Klubs ihren sofortigen Rücktritt bekannt gegeben. Mit verantwortlich für die Pläne des Vorstandes machen die Eltern auch einen Spielerberater der „Football Transfer Company“ aus Hamburg. Maik Tarnaske soll ab Sommer die Rolle des Jugendleiters einnehmen und die Abteilung neu aufstellen. Gleiches tat Tarnaske bereits beim Niendorfer TSV und auch beim FC Eintracht Norderstedt. In beiden Fällen musste Tarnaske am Ende aber seinen Posten aufgrund seiner Funktion als aktiver Spielerberater räumen. In Norderstedt sogar nach wenigen Wochen. Für beide Vereine war die „Doppel-Besetzung“ im aktiven Geschäft nicht vereinbar. Angesprochen auf die Vorwürfe bestätigt uns der zweite Vorsitzende des Vereins, Liborio Mazzagatti, exklusiv die Überlegungen der Teutonen: „Es ist eine Überlegung, die auch andere Vereine haben. Das ist ganz normal. Wir schauen auch nach einem Unterbau für die Herren. Wir wollen unseren Talenten die Möglichkeit geben, auch mal bei Teutonia zu bleiben. Es ist eine Überlegung seitens des Vorstandes, aber noch ist nichts in Stein gemeißelt“, betont der 45-Jährige. Das Niendorf und Norderstedt aufgrund seines Jobs als Spielerberater mit Maik Tarnaske nicht weiter zusammenarbeiteten wollten, ist bei T05 kein Thema. „Ich habe Maik Tarnaske als sehr netten und professionellen Menschen erlebt und wir stehen in Kontakt“, so Mazzagatti, der anschließend weiter zum Sachverhalt anfügte:

„Wir versuchen eine Vereinbarung mit unserer Jugendabteilung zu erwirken, mit der alle Seiten leben können. Wir sehen aber grundsätzlich erstmal kein Problem, dass Maik Tarnaske als Spielerberater tätig ist. Uns interessiert auch nicht, was andere Vereine denken. Ich beurteile ihn nicht in seiner Funktion als Spielerberater. Im Moment ist er ein ganz normales passives Mitglied bei Teutonia 05. Nicht mehr und nicht weniger.“ Wie die Geschichte am Ende ausgeht, ist aktuell noch offen. Nach AFH-Informationen soll es noch einen internen Schlichtungsausschuss geben, in dem der Verein nochmal über die Pläne beraten will. Inwieweit das die Eltern beruhigt und die Spieler zur eigentlich (fast) sicheren Meisterschaft führt oder am Ende sogar kostet, bleibt abzuwarten. Weitere Gespräche sollen in den nächsten Tagen folgen.

Foto (Symbolbild): KBS-Picture

Über Niklas Heiden

Niklas Heiden
Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 20-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.